BRZ REVOLUTIONIERT ÖSTERREICHS OPEN-DATA-PLATTFORM MIT KI-SUCHE

Die österreichische Open-Data-Plattform data.gv.at zählt zu den zentralen Bausteinen für Transparenz, Innovation und datenbasierte Entscheidungen im öffentlichen Sektor. Gemeinsam mit dem Bundesrechenzentrum (BRZ) hat das Know Center eine neue Generation der Datensuche entwickelt: Eine KI-gestützte semantische Suche, die Datensätze nicht nur nach Schlagwörtern, sondern nach Bedeutung und Kontext findet. Dadurch werden offene Verwaltungsdaten deutlich leichter zugänglich – für Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Bürger:innen.

Herausforderung: Open Data nutzbarer machen

Offene Verwaltungsdaten sind eine wertvolle Ressource – für Transparenz, Innovation und datenbasierte Entscheidungen. Doch sie entfalten ihr Potenzial nur, wenn sie leicht auffindbar und nutzerfreundlich zugänglich sind. Klassische Keyword-Suchen stoßen hier schnell an ihre Grenzen. Das Bundesrechenzentrum (BRZ) hat deshalb im Auftrag des Bundeskanzleramts gemeinsam mit dem Know Center ein Suchsystem entwickelt, das semantisches Sprachverständnis nutzt und so relevante Datensätze auch bei indirekten oder komplexen Anfragen erkennt.

Technologie im Einsatz: Von Keywords zu Kontext

Kernstück der Innovation ist die Integration einer neuronalen Suchmethode auf Basis von Large Language Models wie S-BERT. Diese Technologie erkennt Zusammenhänge in der Sprache und liefert dadurch bis zu drei Mal relevantere Ergebnisse als klassische Suchverfahren. Parallel wurde die technische Infrastruktur der Plattform – insbesondere die Apache-Solr-Umgebung – umfassend optimiert. Verbesserte Sprach- und Analyseeinstellungen sorgen dafür, dass selbst komplexe Abfragen effizient verarbeitet werden können.

Konkreter Mehrwert für Verwaltung und Bürger:innen

Die neue Suchfunktion steigert die Benutzerfreundlichkeit und Attraktivität von data.gv.at deutlich. Bürger:innen finden schneller die gewünschten Informationen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen erhalten leichter Zugang zu relevanten Datensätzen, und die Verwaltung kann neue digitale Services entwickeln. Zudem eröffnet die Technologie Potenzial für den Einsatz in intelligenten Chatbots oder Empfehlungssystemen im E-Government.

Erfolgreiche Partnerschaft zwischen Forschung und Verwaltung

Das Projekt zeigt, wie eng Wissenschaft und Verwaltung zusammenarbeiten können, wenn beide Seiten auf Augenhöhe agieren. Das Know Center brachte neueste KI-Forschung ein und passte diese an die spezifischen Anforderungen einer hochkomplexen Verwaltungsplattform an. Die enge, lösungsorientierte Zusammenarbeit ermöglichte eine schnelle Umsetzung und praxistaugliche Ergebnisse.

Blick nach vorn: Standard für digitale Verwaltung

Mit der geplanten Umstellung auf die neue Suchfunktion setzt das BRZ einen wichtigen Meilenstein für die Modernisierung des österreichischen E-Governments. Die Technologie soll künftig nicht nur auf data.gv.at, sondern auch auf weiteren Verwaltungsplattformen und digitalen Services eingesetzt werden. Damit wird ein Fundament geschaffen, das Transparenz, Effizienz und Bürgernähe langfristig stärkt – und Österreichs Verwaltung fit für die Zukunft macht.

Copyright Know Center: Dominik Kowald (Know Center), Martin Böhm (BKA), Robert Seyfriedsberger (BRZ), Oliver Bernecker (Know Center)
v.l.n.r.: Dominik Kowald (Know Center), Martin Böhm (BKA), Robert Seyfriedsberger (BRZ), Oliver Bernecker (Know Center)

Diese Erfolgsgeschichte wurde vom Zentrumsmanagement und den genannten Projektpartnern für die Veröffentlichung auf der FFG-Website zur Verfügung gestellt. Die Know Center Research GmbH ist ein COMET-Zentrum im Rahmen des COMET– (Competence Centers for Excellent Technologies) Programms und wird vom BMK, BMDW sowie den Bundesländern Steiermark, Wien und Tirol gefördert. Das COMET-Programm wird von der FFG verwaltet. Weitere Informationen zu COMET: www.ffg.at/comet