Datenkompetenz in Unternehmen fördern

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Die Transformation hin zur datengetriebenen Arbeits- und Geschäftswelt ist in vollem Gange. Der sinnvolle Umgang mit Daten rückt für Unternehmen immer stärker in den Vordergrund und von MitarbeiterInnen wird entsprechende Datenkompetenz gefordert. Robert Ginthör, CTO am Know-Center, berät Unternehmen, wie sie ihre Daten gewinnbringend nutzen können. Gemeinsam mit dem Controller Institut hat er den Lehrgang „Certified Business Data Manager“ initiiert, der für das entsprechende Know-how in Betrieben sorgen soll.

„Data Literacy“ gilt als zentrale Zukunftskompetenz, aber was versteht man eigentlich genau darunter?

Data Literacy oder Datenkompetenz ist die Fähigkeit systematisch mit digitalen Daten umzugehen, d.h. sie (bewusst) zu sammeln, zu pflegen, zu managen und zu verwenden und Nutzen daraus zu ziehen.

Warum ist das so wichtig?

Durch die digitale Transformation entstehen immer mehr Daten, die neue Geschäftsmodelle, neue Dienstleistungen oder Produkte ermöglichen. Man spricht hier von data-driven Business. Daten sind auch eine wichtige Grundlage für die Entwicklung und Verwendung von Künstlicher Intelligenz. Nicht umsonst werden Unternehmen immer mehr nach ihrem Datenbestand bewertet. Um ein data-driven Business zu etablieren, ist Datenkompetenz und in weiterer Folge ein entsprechendes Datenmanagement in Unternehmen unabdingbar.

Warum sollte dieses Wissen direkt im Unternehmen verankert sein? Man könnte es doch auch zukaufen?

Daten entfalten ihren Wert erst durch ihre Verwendung bzw. Anwendung im jeweiligen Domänenkontext. Das „beste“ Domänenwissen hat immer das Unternehmen selbst, das kann nur schwer von außen eingebracht werden.

Wie steht es aktuell um die Datenkompetenz in Unternehmen?

Das ist schwierig zu beantworten, weil die Situation abhängig vom jeweiligen Unternehmen sehr unterschiedlich ist. In größeren Unternehmen ist man sich des Werts von Daten vielfach bewusst und hat oft eigene Rollen und Verantwortlichkeiten – wie z.B. Data Quality Managers oder Data Stewards – und zugehörige Prozesse dafür geschaffen. In kleineren Unternehmen sehe ich aber noch Nachholbedarf, was nicht bedeutet, dass jedes Unternehmen eigene Jobpositionen dafür schaffen muss.

Welche Empfehlungen hast du für Unternehmen, wie sie am besten die Data Literacy ihrer MitarbeiterInnen verbessern können?

Wichtig ist, dass zunächst Verantwortlichkeiten für dieses Thema im Unternehmen geschaffen werden. Nicht unbedingt neue Jobs, aber Zuständigkeiten, die am besten zentral verankert und nicht über die gesamte Unternehmensorganisation „verstreut“ sind. Man nennt das unternehmensinterne „Data Meshes“ – also domänenorientierte ExpertInnen, die Daten wie ein Produkt behandeln und verwalten. Auch Prozesse spielen eine wichtige Rolle, sprich es geht darum, eine Data Governance einzuführen. Damit verbunden ist ein geändertes Mindset im Unternehmen zu etablieren, nämlich dass Daten als wertvolle Ressource begriffen werden. Dazu gehört auch mehr Transparenz im Umgang mit Daten, d.h. eine Demokratisierung der Daten, die es den MitarbeiterInnen möglich macht, die Daten zu nutzen. Dazu ist ein begleitendes Change Management sinnvoll. Ein guter Startpunkt ist auf jeden Fall, in die entsprechende Qualifizierung der MitarbeiterInnen zu investieren.

Stichwort Qualifizierung – Du hast gemeinsam mit dem Controller-Institut den Lehrgang „Certified Business Data Manager“ ins Leben gerufen. Für wen ist der Lehrgang gedacht und was ist das Besondere daran?

Certified Business Data Manager
Wettbewerbsvorteile mit Big Data, Advanced Analytics und Machine Learning
Start des Lehrgangs: 29. März 2022
2 Teilstipendien im Wert von € 1.275
Mehr: Link

Der Lehrgang ist für alle, die Interesse daran haben oder in ihrem Unternehmen verantwortlich dafür sind, Daten systematisch als Ressource zu nutzen und damit datengetriebener zu arbeiten. Man eignet sich dadurch zukunftsfähige Kompetenzen an, die in der Arbeitswelt immer wichtiger werden. Aber auch Führungskräfte sollten in der Lage sein, zu beurteilen, welchen messbaren Mehrwert sie aus Daten schöpfen können. Durch den Lehrgang werden die TeilnehmerInnen befähigt, den Data Lifecycle in ihren Unternehmen in all seinen Facetten – Organisation, Prozesse und Technologie – besser zu managen.

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