Datengetriebene Zusammenarbeit als Wettbewerbsvorteil nutzen

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Der ACStyria Mobilitätscluster und das Know-Center haben die „Modellregion Steiermark – Datengetriebenes Ökosystem für die Produktion“ ins Leben gerufen, um Lieferketten profitabler, resilienter und nachhaltiger zu gestalten und damit einen Wettbewerbsvorsprung für die stetig wachsende Anzahl an beteiligten Unternehmen zu schaffen.

Datengetriebene Zusammenarbeit als Wettbewerbsvorteil nutzen

Modellregion beim internationalen Logistik Sommer Leoben, © ILS, Valerie Maltseva

Zahlreiche Unternehmen optimieren ihre internen Abläufe in Produktion und Logistik bereits mithilfe von Daten und künstlicher Intelligenz. Der nächste logische Schritt, eine Optimierung über Unternehmensgrenzen hinweg und damit eine Transformation von Lieferketten zu datengetriebenen Wertschöpfungs-Netzwerken, scheiterte bislang allerdings an fehlenden rechtlichen Grundlagen und am fehlenden Vertrauen der Beteiligten. Eine innovative Datentechnologie schafft nun jedoch neue Spielregeln, wenn es um das Teilen sensibler Daten sowie darauf basierende datengetriebene Zusammenarbeit geht.

Sensible Daten gemeinsam nutzen

Am Know-Center arbeitet eine Gruppe von Wissenschaftler:innen im Rahmen eines von der FFG geförderten Grundlagen-Forschungsprojektes an neuen Verfahren, die in Zukunft eine sichere gemeinsame Nutzung vertraulicher Daten ermöglichen werden. Beispielsweise erlaubt es die sogenannte homomorphe Verschlüsselung auf verschlüsselten Daten Berechnungen auszuführen, ohne diese dabei jemals offen zu legen. Auf dieser und anderen Methoden aufbauend, kann nach dem Prinzip des föderalen Lernens ein künstlich intelligentes System mit großen Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen trainiert werden, das die Basis für weiterführende Operationen darstellt. Auch hier bleiben die individuellen Daten dieser Quellen den Besitzern vorbehalten.

 

Datengetriebene Zusammenarbeit als Wettbewerbsvorteil nutzen

Föderales Lernen in der Produktion, © Know-Center

Technologievorsprung sichern

Gegenwärtig sind die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich so weit fortgeschritten, dass erste Unternehmen sich durch den frühzeitigen Einsatz einen Technologievorsprung sichern können. Das volle Potential der neuen Methoden erschließt sich jedoch erst in der Kooperation zwischen Unternehmen in einem größer gefassten, wirtschaftlichen Ökosystem, so wie entlang der Lieferketten der produzierenden Industrie. Zusammenarbeit ist also gefragt, um zu den Vorreitern zu gehören, die von den neuen Technologien profitieren. Um diese alsbald einbinden zu können, haben das Know-Center und ACStyria auf dem internationalen Logistik Sommer 2021 die „Modellregion Steiermark – Datengetriebenes Ökosystem für die Produktion“ erstmals der Öffentlichkeit sowie einem Netzwerk von interessierten Unternehmen präsentiert. 

Erste Anwendungsfälle zeigen Potentiale auf

Die Steiermark bietet mit ihrer produzierenden Industrie einen Mikrokosmos an Lieferketten, in dem etliche Unternehmen bereits jetzt vertrauensvoll zusammenarbeiten. Zugleich sind der Digitalisierungsgrad und damit die verfügbaren Datenmengen erheblich. Darauf aufbauend werden von einer wachsenden Zahl an Partnerunternehmen der Modellregion gemeinsam Anwendungsfälle entwickelt und in konkrete Projekte übersetzt. Schon die ersten Beispiele demonstrieren das enorme Potential: So soll etwa im Rahmen einer Ursprungskennzeichnung eine lieferkettenübergreifende Zertifizierung sowie Berechnung von Konformitäts- und Nachhaltigkeitsparametern, wie etwa dem CO2-Fußabdruck, erfolgen. Unternehmensübergreifende Absatzprognosen sollen eine globale Optimierung von Produktion und Transport innerhalb eines ganzen wirtschaftlichen Ökosystems ermöglichen und hochtechnologische Produktionsprozesse sollen durch die Ausdehnung digitaler Zwillinge über die Unternehmensgrenzen hinweg flexibilisiert werden.

Weitere Informationen: www.trustyoursupplychain.com